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Aktuelle Berichte

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Die WG Stresemannstraße feiert ihr 10jähriges Jubiläum

Es war ein großes Experiment, Menschen mit so unterschiedlichen und erheblichen Einschränkungen zusammen wohnen zu lassen. Doch als sich im Februar 2007 die damaligen Interessenten Ursel Gellert, Hergen Bohlen, Jan-Hendrik Haase und Lajos Meszaros gemeinsam mit ihren Angehörigen und gesetzlichen Betreuern trafen, wurden die Vorstellungen vom möglichst selbstbestimmten Wohnen in der Gesellschaft schnell zur Realität.

Dank der tatkräftigen Unterstützung der GSG sowie vieler weiterer Hände konnte alsbald eine Wohnung inmitten eines Mietshauses in der Stresemannstraße bezogen werden.

Schon nach kurzer Zeit bildete sich aufgrund der räumlichen Enge zwar eine reine Herren-WG, doch hat diese bis zum heutigen Tag Bestand. Gebührend gefeiert wurde der erste runde Geburtstag am vergangenen Sonntag in den Räumen der Tagesförderstätte der SELAM-Lebenshilfe. Frau Bindgen, Mutter und gesetzliche Betreuerin eines Betroffenen, berichtete den Gästen noch einmal von den Anfängen und den besonderen Schwierigkeiten der Refinanzierung vor allem der umfangreichen erforderlichen Assistenzleistungen (s. Artikel NWZ v. 16.08.2013; Rechtsstreitigkeiten nach 6 Jahren beendet).

In ihrer Rede dankte sie deshalb zunächst dem damaligen Geschäftsführer, Herrn Manfred Diers, sowie des Weiteren Herrn RA Kroll für deren unerschütterlichen Glauben an die Rechtsprechung und letztendlich Bestätigung der Wohngemeinschaft. Herr Wegener, derzeitiger Geschäftsführer der SELAM–Lebenshilfe, dankte seinerseits allen Beteiligten für ihr hohes Engagement über all die Jahre und freut sich auf Grund der positiven Assistenzerfahrungen zukünftig noch weiteren, insbesondere auch schwerst-beeinträchtigten Oldenburgerinnen und Oldenburgern solche Wohnperspektiven anbieten zu können.

„Ein überaus selbstbestimmtes Leben inmitten des solidarischen Sozialraumes, also der umliegenden Gemeinschaft, ist auch für Menschen möglich, die üblicherweise im Heim leben müssten, so wie Herrn Bohlen es beinahe ergangen wäre!“, sagt er.

Insbesondere der Nachbarschaft käme hier ein besonderer Verdienst zu, denn die Herren hätten es in all den Jahren doch so manches Mal hörbar krachen lassen – gelebte Inklusion, statt vieler gutgemeinter Worte eben.